Tipps, Tricks, Grundsätzliches

Portraits (oder Porträts?)

Für  welche Schreibweise Du dich auch immer entscheidest, es bleibt doch immer das gleiche: Ein Portrait – oder Portät – ist die Darstellung eines oder mehrerer (meistens) Menschen, bei der die Persönlichkeit und das Wesen der fotografierten Person(en) dargestellt werden soll.

Natürlich werden häufig auch Tiere portraitiert – oder porträtiert; im Internet finden sich besonders viele Darstellungen von Katzen. Allerdings ist das weitaus häufigere Motiv  doch der Mensch, weshalb ich mich hierauf beschränken möchte. Aber selbstverständlich sind diese Tipps auch auf Tiere übertragbar.

Ich will für den Anfang versuchen, ein paar einfache Tipps für die Portraifotografie – oder Porträtfotografie – zu geben:

1. Hintergründig

Überlege Dir, was Du mit Deinem Foto aussagen möchtest. Möchtest Du Deinen Schatz am Strand in Szene setzen und der Betrachter soll erkennen können, dass  das Bild während Eures letzten Thailand-Urlaubs aufgenommen wurde, dann solltest Du den Strand eben auch auf Deinem Foto zeigen. Wähle Deinen Bildausschnitt entsprechend und sorge dafür, dass man den Hintergrund noch erkennen kann.
Aber vergiss nicht: Es ist ein Portrait – oder Porträt – und kein Landschaftsbild. Das soll heißen, dass der Hintergrund nicht das Hauptmotiv ist… also wähle Deine Schärfentiefe entsprechend. Je größer Du Deine Blende wählst (ACHTUNG: damit meine ich eine kleine Blendenzahl an Deiner Kamera), umso undeutlicher wird der Hintergrund bei sonst unveränderten Parametern. Je undeutlicher der Hintergrund abgelichtet wird, umso isolierter wird Dein Motiv dargestellt und umso weniger Beziehung hat das Motiv zum Hintergrund.

LL-3

2. Umgebend

Achte auf die Umgebung, in der Du Dein Modell fotografierst. Wenn Du Deinen Liebling unter einen Baum stellst, kann es vorkommen, dass sich das Grün des Blätterdachs auf der Haut bemerkbar macht. Sicher kannst Du Dir vorstellen, dass niemand wie ein Marsianer abgelichtet werden möchte – AkhAkh.
Wenn Du in einem Raum mit einer schön romantischen Kerzenbeleuchtung fotografierst und Deinen Blitz zum aufhellen benutzt, wirst Du durch die verschiedenen „Temperaturen“ der Lichtquellen und der verschiedenen Farben des Lichtes ein Problem mit dem Weissabgleich bekommen.
Und solltest Du die schöne Mittagssonne als Lichtquelle für Dein Portrait – oder Porträt – einsetzen wollen, bedenke dass die Sonne an ihrer höchsten Stelle im Firmament sehr unschöne harte Schlagschatten in ein Gesicht zaubern kann. Vielleicht solltest Du dann lieber ein schattiges Plätzchen suchen.

 

3. Anziehend

Überlege kurz, wohin Du siehst, wenn Du Dich mit einem Menschen unterhältst. Wenn Du nicht gerade das schüchternste aller Mauerblümchen bist, wirst Du wahrscheinlich in die Augen Deines Gesprächspartners schauen. Die Augen sind das Wichtigste in einem Gesicht, denn sie ziehen unsere Blicke magisch an. Die Augen müssen bei einem Portrait – oder Porträt – immer scharf sein.
Wenn Du mit einer zu offenen Blende (= kleine Blendenzahl) fotografierst, wird es unter Umständen sehr schwer, die Augen knackscharf zu bekommen. Bei Blende 1.4 ist der Schärfebereich so klein, dass man schon sehr viel üben muss, um die Augen korrekt zu fokussieren. Ganz abgesehen davon, dass dann die Nasenspitze und die Ohren auch schon wieder unscharf werden…

Hp-Gal-12

 

4. Wohlfühlend

Du solltest niemals unterschätzen, welche Auswirkung der Wohlfühlfaktor auf Dein Foto hat. Leider sind sehr viele Menschen der Meinung, dass sie nicht fotogen sind. Dementsprechend ungern und verkrampft stehen sie dann vor der Kamera. Oder sie wollen sich gar nicht fotografieren lassen. Dabei ist das so schade, denn jeder – und ich meine wirklich jeder – Mensch hat seine interessanten, schönen Seiten.
Hier bist dann Du als Fotograf gefragt: Du musst Deinem Modell vermitteln, dass die Fotos nur die beste Seite zeigen und dass es tolle Fotos sind. Sorge für eine entsprechende Atmosphäre. Sei locker, freundlich, lustig. Und wenn Du mal einen schlechten Tag hast, dann zeige das nicht! Wenn Du es schaffst, Deine schlechte Laune komplett zu verstecken, werden zwei Dinge passieren: Dein Modell wird lockerer und fühlt sich wohler und Du wirst auch lockerer und Deine Stimmung bessert sich auch. Im Ergebnis heißt das: Bessere Fotos!
In ganz hartnäckigen Fällen von Fotoverweigerern, hilft vielleicht noch der Hinweis, dass ohne Fotos auch ein wichtiger Teil Erinnerung verloren geht. Wer will schon gerne in Vergessenheit geraten? 😉
Übrigens: wie sieht es denn mit Dir aus? Du steht doch nicht etwa deshalb hinter der Kamera, weil dann die Gefahr selbst fotografiert zu werden geringer ist, oder ?

Soweit meine vier Tipps für schönere Portraits – oder Porträts. Natürlich gibt es noch viel mehr, zum Teil auch viel technischere, Dinge, die man beachten kann. Hierzu gibt es aber vielleicht mal einen weiteren Artikel, wer weiß?

Ich wünsche Euch viel Spaß mit Euren schönen Portraits – oder Porträts – von den schönsten und interessantesten Menschen der Welt…