Wer macht eigentlich das Foto?

Und damit meine ich diesmal nicht den kleinen Japaner in der Kamera, der für uns das Bild malt sobald wir den Auslöser in der Vollautomatik drücken.
Vielmehr geht es mir um den alten Spruch:

„Das Bild macht der Fotograf und nicht die Kamera“.

Man kann hier vielleicht gespaltener Meinung sein. Man könnte sagen, dass dieser Spruch gerne als Ausrede für nicht ganz so gelungene Aufnahmen herangezogen wird:

– Das soll nicht scharf sein, das ist Kunst
– Das muss so rauschen, das gefällt mir so
– Das ist nicht verwackelt, das stellt Bewegung dar
so oder so ähnlich…

Aber natürlich ist es so, dass bessere Technik uns zu besseren Fotos verhilft. Das beste Beispiel ist sicher die immer bessere ISO-Leistung der Kameras. Vor einiger Zeit hätte man in so mancher Situation nicht einmal daran gedacht eine Kamera auszupacken, wo es heute ohne Probleme möglich ist ordentliche Ergebnisse zu erzielen. Man sollte die Technik also nicht unterschätzen. Und auch gerade Anfänger sollten vielleicht eher zu teurer Technik greifen als dann zweimal kaufen zu müssen, nur weil man feststellt, dass man jetzt schon an die Grenze der Ausrüstung gekommen ist.

 

Und dennoch ist der der Spruch nicht verkehrt.

Sicher kann man mit teurer wie billiger Ausrüstung sowohl außerordentlich gute wie abgrundtief schlechte Fotos produzieren. Und ganz sicher ist der Mensch hinter der Kamera der entscheidende Faktor.

Wie stehe ich zu meinem Motiv?
Welche Vorstellung habe ich von meinem Model?
Wie gut kenne ich denjenigen?
Was glaube ich zu wissen?

Canon hat es einmal ausprobiert.

Sie haben sechs Fotografen das immer gleiche Model fotografieren lassen. Jeder der sechs hatte andere Informationen: einmal war das Model ein Millionär, einmal ein Ex-Sträfling oder ein Alkoholabhängiger, der seine Sucht überwunden hat. Aber es war immer der gleiche Mensch – nur die Portraits hätten unterschiedlicher nicht sein können.

Sieh es Dir selbst mal an: